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Der Strom des Lebens

 

Das Leben geht manchmal eigenartige Wege, und man fragt sich, wozu das alles so ist, wie es ist. Da man es sich in den seltensten Fällen gleich beantworten kann, sollte man aufhören sich darüber den Kopf zu zerbrechen, und versuchen, den Alltag so gut wie möglich, mit Leben zu befüllen.
 
Spürt man, es geht in einer bestimmten Richtung nicht weiter, entschließt man sich oftmals, einen anderen Weg zu gehen - da man es als vernünftiger betrachtet, sich von dieser Sache zu entfernen. Doch oft merkt man, dass es einen auch auf dem anderen Weg begleitet. Also steckt man das, was einen beschäftigt, wie einen wohlbehüteten Schatz in den geschulterten Rucksack, und setzt seinen Weg unbeirrt fort. Wird schon seinen Grund haben warum gewisse Dinge passieren, auch wenn sich uns nicht immer gleich der Sinn offenbart. Was geschehen soll, wird geschehen. Wenn nicht auf diesem Weg, dann auf einem anderen. Es macht also keinen Sinn, vor etwas davonzulaufen...
 
Hin und wieder sucht man in solchen Momenten das Alleinsein - was gut ist, aber manchmal schleicht sich dabei auch die Einsamkeit in dein Leben. Langsam, leise - ohne zu fragen.
 
"Einsamkeit ist ein dichter Mantel, und doch friert das Herz darunter." (Erwin Guido Kolbenheyer)
 
Wenn der Strom des Lebens zu lange durch ein Tal der Einsamkeit fließt, ist es nicht wunderlich, dass man irgendwann einfach müde wird, sich immer selber bei guter Laune halten zu müssen. Doch es nimmt einem meist keiner ab, und alleine schon aus gesundem Selbsterhaltungstrieb wird das auch meistens weiterhin so funktionieren. Nicht immer leicht, aber was bleibt einem anderes übrig. Der eine oder andere hat sich sicherlich auch schon mal dabei ertappt, Selbstgespräche zu führen. Oftmals aus der Situation heraus, weil zuhause eh niemand ist mit dem man reden kann, oder - weil einem keiner zuhört. Keine Angst, das ist nicht etwa der Beginn des Wahnsinns, sondern eher der Beginn einer wundervollen Freundschaft, wenn nicht sogar Liebe - Selbstliebe! Nicht zu verwechseln mit Egoismus.
 
Selbstliebe ist wichtig, überlebenswichtig. Denn wenn du nicht selber gut zu dir bist, warum sollten es dann andere sein? Wer mit sich selber im Reinen ist, wird andere immer so behandeln, wie er selber behandelt werden möchte. Respektvoll, unvoreingenommen - dem anderen auf Augenhöhe begegnend.
 
Nun kommt man natürlich nicht als perfekter Mensch auf die Welt, und wird vermutlicher auch nicht als solcher von ihr gehen. Oftmals stehen wir uns selber im Weg und lassen zu, dass uns unsere Gedanken beherrschen, statt unseren Gefühlen zu vertrauen. Denkt man zuviel nach, schafft man sich manchmal Probleme, welche eigentlich gar nicht real sind. Da gibt es dann so Tage, da überollen einen die Gefühle und Gedanken wie eine Lawine, und - obwohl man es besser weiß, und sonst stets bemüht ist, die Balance zu halten - kann man nur noch zusehen, wie sie einen mitreißt.
 
Meistens erwischt es einen ja genau dann, wenn gerade niemand in der Nähe ist, sonst würde man ja bestimmt nicht an diesen Punkt gelangen. In solch einem Fall bleibt einen nichts anderes übrig, als immer wieder aufzustehen, die Krone zu richten, und weiterzumachen - auch wenn man merkt, dass es jedes weitere Mal etwas mehr an die Substanz geht. Schließlich trägt man ja immer die Hoffnung in sich, die Talsohle doch bald mal durchschritten zu haben....
 
Hierzu mal noch ein kleines Fundstück aus dem Internet:
 
"Liebe Einsamkeit,
nun leben wir schon so viele Jahre zusammen - du und ich. Ich habe dich nie gebeten, dass du bei mir einziehst, und mir über so viele Jahre die Treue hälst. Irgendwann warst du plötzlich da, und hängst seitdem wie eine Klette an meinem Bein. Bekanntlich hat ja alles im Leben einen Sinn, und so habe ich versucht, das Beste daraus zu machen. Aber, langsam reicht es mir einfach!"
 
Strom des Lebens ©Sabine Julitz 2014/2015 ( überarbeitete Version )

 

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