painting photography lyrics
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...der kleine Vogel auf dem Ast

 

Ein kleiner Vogel konnte nicht singen,
und auch nicht fliegen, weil brüchige Schwingen.
Auf einem Aste sitzend im Wind,
schutzlos, zerbrechlich - fast wie ein Kind.
 
Er blickte hinaus in den Abendhimmel,
unter sich tobend ein dunkles Gewimmel.
Er nahm in sich auf, die Schönheit des Lebens
- wohlwissend, trotz Mängel sein Dasein nicht vergebens.
 
Er konnt zwar nicht fliegen, wie manch Mensch nicht kann gehen,
aber kann er all die schönen Dinge doch sehen,
welche das Leben so lebenswert machen,
grad jetzt hört er unten ein Kindlein lachen.
 
Er schüttelte eifrig sein Federnkleid,
und schob schnell beiseite den Anflug von Neid.
Könnte der Kehle ein Ton nur entrinnen,
jeden Tag würde er mit einem Lied beginnen.
 
Entzückt blickt er neben sich, ein kleines Nest,
dort schläft sein Junges, ganz tief und fest.
Des Vögelchens Herzen erwärmt sich gar schnell,
er blickt auf die Federn - zart, fast wie Fell.
 
Bald werden die Schwingen nun Flügel sein,
dann hebt sich das Junge in die Wolken hinein.
Und alles was es sieht, sei es auch in Hast,
erzählt es bei Heimkehr - dem kleinen Vogel auf dem Ast!
©Sabine Julitz 2005

 

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